Vom 15. bis 19. April waren wir mit einer kleinen Gruppe in Girona, Katalonien. Eine Forschungsreise, die wir bewusst nicht „Seminar" und nicht „Trainingscamp" genannt haben — sondern: ein gemeinsames Erproben dessen, was wir in unseren Workshops sonst getrennt vermitteln. Bewegung. Ernährung. Mentale Regeneration. Gemeinschaft. Fünf Tage lang in einer einzigen Praxis verbunden.
Anreise — gemeinsam loslegen
Es beginnt nicht in Girona. Es beginnt im Bus. Lange Strecke, kleine Gruppe, Gespräche, die sich zum ersten Mal Zeit nehmen dürfen. Wer mit uns reist, lässt etwas zurück — den Terminkalender, die Erreichbarkeit, die kleinen ständigen Ablenkungen. Schon auf dem Weg nach Spanien wurde spürbar, wie viel Energie allein in dieser Entscheidung steckt: für ein paar Tage wirklich anwesend zu sein.

Bewegung im Sattel
Girona ist nicht zufällig einer der bekanntesten Rennrad-Hotspots Europas. Die Landschaft rund um die Stadt — sanfte Hügel, ruhige Landstraßen, dazwischen kleine Dörfer wie St. Martí de Llémena oder Les Planes d'Hostoles — verbindet eine Qualität, die wir als Verein hoch schätzen: Bewegung wird hier zum gemeinsamen Erleben, nicht zur sportlichen Kennzahl.
Wir sind in unterschiedlicher Geschwindigkeit gefahren, mit unterschiedlicher Erfahrung — und gerade darin lag das Lehrreiche. Wer voraus war, hat gewartet. Wer hinten war, hat erzählt. Bewegung als Verbindung, nicht als Wettbewerb.

Der Moment, in dem das Tempo fällt
Eine Wanderung führte uns auf einen Aussichtspunkt mit Blick über die Hügel bis hinaus zum Meer. Von dort oben sieht die Welt anders aus. Es ist immer derselbe Effekt, den wir aus unserer Mentalarbeit kennen: Distanz schafft Einordnung. Erst wenn der Blick weit wird, wird auch der innere Raum weiter.
Wir sind eine Weile geblieben. Niemand musste etwas sagen. Genau diese Pausen sind es, die wir in unsere Workshops zu Hause stärker hineintragen wollen — nicht als pädagogisches Element, sondern als Anerkennung dessen, dass Verstehen Zeit braucht.
„Mentale Regeneration beginnt nicht mit einer Übung. Sie beginnt damit, dass man sich erlaubt, nicht weiterzumachen." — aus den Reisetagebüchern
Stadt, Stein, Stille
An einem der Abende standen wir vor der Kathedrale von Girona. Die berühmte Treppe — fast hundert Stufen — empfing uns leer und nur vom warmen Licht der Fassadenbeleuchtung erhellt. Eine Stadt, deren Geschichte tausend Jahre zurückreicht, hat eine eigene Form von Ruhe. Sie verlangt nichts. Sie ist einfach da.
Solche Räume sind Teil dessen, was wir als ganzheitliche Gesundheit verstehen. Kultur, Architektur, Geschichte — sie nähren auf eine Weise, die kein Bewegungsprogramm und keine Ernährungsberatung ersetzen kann. Wir wollen diese Dimension in unseren zukünftigen Reisen bewusster mitnehmen.

Was bei Tisch passiert
Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Reise sind nicht beim Sport entstanden, nicht in den Bergen, nicht in der Kathedrale. Sie sind beim Essen entstanden. Lange Tische, einfache regionale Gerichte, langsame Gespräche.
An unserem letzten Abend saßen wir auf einer Terrasse mit Blick auf Girona, während die Sonne unterging. Was an diesem Tisch besprochen wurde, fließt direkt in die kommenden Programme der Akademie ein: in die Art, wie wir Workshops formatieren, wie wir Pausen denken, wie wir die drei Säulen Bewegung, Ernährung und Regeneration nicht mehr getrennt anbieten, sondern ineinander verschränken.

Was wir mitnehmen
Die Reise hat unsere Vereinsarbeit nicht umgekrempelt — sie hat sie bestätigt und geschärft. Drei Erkenntnisse nehmen wir mit nach Pucking:
- Integration statt Trennung. Bewegung, Ernährung und Regeneration sind keine Module, sondern drei Perspektiven auf dasselbe Leben. Unsere kommenden Formate werden sie stärker miteinander verweben.
- Pausen als Methode. Echte Lernmomente brauchen Stille. Wir werden in unseren Workshops bewusst nicht jede Minute befüllen.
- Reisen als Format. Eine Forschungs- und Begegnungsreise dieser Art wollen wir den Mitgliedern künftig regelmäßig anbieten — als Vertiefung der Vereinsarbeit jenseits einzelner Workshops.
