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Fünf Tage Girona — zwischen Bewegung, Natur und Reflexion

Girona, Katalonien · 15.–19. April 2026

Veröffentlicht 22. April 2026 · 7 min Lesezeit · Andreas Pilz

Blick über die katalanische Hügellandschaft bei Girona

„Wir sind nicht nach Girona gefahren, um Antworten mitzubringen — sondern um die richtigen Fragen zu schärfen."

Vom 15. bis 19. April waren wir mit einer kleinen Gruppe in Girona, Katalonien. Eine Forschungsreise, die wir bewusst nicht „Seminar" und nicht „Trainingscamp" genannt haben — sondern: ein gemeinsames Erproben dessen, was wir in unseren Workshops sonst getrennt vermitteln. Bewegung. Ernährung. Mentale Regeneration. Gemeinschaft. Fünf Tage lang in einer einzigen Praxis verbunden.

Anreise — gemeinsam loslegen

Es beginnt nicht in Girona. Es beginnt im Bus. Lange Strecke, kleine Gruppe, Gespräche, die sich zum ersten Mal Zeit nehmen dürfen. Wer mit uns reist, lässt etwas zurück — den Terminkalender, die Erreichbarkeit, die kleinen ständigen Ablenkungen. Schon auf dem Weg nach Spanien wurde spürbar, wie viel Energie allein in dieser Entscheidung steckt: für ein paar Tage wirklich anwesend zu sein.

Gruppe während der Anreise im Bus
Die Anreise als Teil der Reise — gemeinsame Stunden, in denen sich die Gruppe findet, bevor irgendetwas geplant ist.

Bewegung im Sattel

Girona ist nicht zufällig einer der bekanntesten Rennrad-Hotspots Europas. Die Landschaft rund um die Stadt — sanfte Hügel, ruhige Landstraßen, dazwischen kleine Dörfer wie St. Martí de Llémena oder Les Planes d'Hostoles — verbindet eine Qualität, die wir als Verein hoch schätzen: Bewegung wird hier zum gemeinsamen Erleben, nicht zur sportlichen Kennzahl.

Wir sind in unterschiedlicher Geschwindigkeit gefahren, mit unterschiedlicher Erfahrung — und gerade darin lag das Lehrreiche. Wer voraus war, hat gewartet. Wer hinten war, hat erzählt. Bewegung als Verbindung, nicht als Wettbewerb.

Radtour durch das Hinterland von Girona Richtung St. Martí de Llémena
Auf dem Weg nach St. Martí de Llémena — eine der vielen Strecken, die das Hinterland von Girona für entspanntes Radfahren anbietet.

Der Moment, in dem das Tempo fällt

Eine Wanderung führte uns auf einen Aussichtspunkt mit Blick über die Hügel bis hinaus zum Meer. Von dort oben sieht die Welt anders aus. Es ist immer derselbe Effekt, den wir aus unserer Mentalarbeit kennen: Distanz schafft Einordnung. Erst wenn der Blick weit wird, wird auch der innere Raum weiter.

Wir sind eine Weile geblieben. Niemand musste etwas sagen. Genau diese Pausen sind es, die wir in unsere Workshops zu Hause stärker hineintragen wollen — nicht als pädagogisches Element, sondern als Anerkennung dessen, dass Verstehen Zeit braucht.

„Mentale Regeneration beginnt nicht mit einer Übung. Sie beginnt damit, dass man sich erlaubt, nicht weiterzumachen." — aus den Reisetagebüchern

Stadt, Stein, Stille

An einem der Abende standen wir vor der Kathedrale von Girona. Die berühmte Treppe — fast hundert Stufen — empfing uns leer und nur vom warmen Licht der Fassadenbeleuchtung erhellt. Eine Stadt, deren Geschichte tausend Jahre zurückreicht, hat eine eigene Form von Ruhe. Sie verlangt nichts. Sie ist einfach da.

Solche Räume sind Teil dessen, was wir als ganzheitliche Gesundheit verstehen. Kultur, Architektur, Geschichte — sie nähren auf eine Weise, die kein Bewegungsprogramm und keine Ernährungsberatung ersetzen kann. Wir wollen diese Dimension in unseren zukünftigen Reisen bewusster mitnehmen.

Kathedrale von Girona bei Nacht mit der berühmten Treppe
Die Kathedrale von Girona bei Nacht — am Fuß der Treppe, die in vielen Filmen und Serien um die Welt ging.

Was bei Tisch passiert

Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Reise sind nicht beim Sport entstanden, nicht in den Bergen, nicht in der Kathedrale. Sie sind beim Essen entstanden. Lange Tische, einfache regionale Gerichte, langsame Gespräche.

An unserem letzten Abend saßen wir auf einer Terrasse mit Blick auf Girona, während die Sonne unterging. Was an diesem Tisch besprochen wurde, fließt direkt in die kommenden Programme der Akademie ein: in die Art, wie wir Workshops formatieren, wie wir Pausen denken, wie wir die drei Säulen Bewegung, Ernährung und Regeneration nicht mehr getrennt anbieten, sondern ineinander verschränken.

Gemeinsames Abendessen unter einer Pergola mit Blick auf Girona
Letzter Abend, Pergola, Blick auf die Kathedrale — und Gespräche, die weit über den Heimflug hinaus weiterwirken werden.

Was wir mitnehmen

Die Reise hat unsere Vereinsarbeit nicht umgekrempelt — sie hat sie bestätigt und geschärft. Drei Erkenntnisse nehmen wir mit nach Pucking:


Hinweis: Diese Forschungsreise wurde im Rahmen der Vereinszwecke der LOCELY Akademie durchgeführt — als Bildungs- und Forschungsprojekt im Sinne von § 3 der Statuten. Die Erkenntnisse fließen in die kommenden Workshops und Seminare des Vereins ein. Mitglieder, die an einer der nächsten Reisen interessiert sind, melden sich gerne unter hello@locely.org.
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